Was ist ein geschlossener Fonds?

Vorraussichtliche Lesezeit: 3 min

Bei einem geschlossenen Fonds handelt es sich um eine Vermögensanlage, welche im Vergleich zu anderen Optionen weitaus transparenter ist. In Deutschland haben sich Fonds seither etabliert. Relevante Dienstleister haben alleine im Jahr 2008 bereits über 15,4 Milliarden Euro in verschiedene Projekte investiert — hierzu zählen unter anderem erneuerbare Energien, Luftfahrt und Unternehmensbeteiligungen. Der Wert von 142 Milliarden Euro wurde ebenfalls noch 2008 generiert und so zeigt es sich, wie erfolgreich geschlossene Fonds sind.

Es geht dabei nicht nur um die Generierung von Profiten, sondern auch darum, Bauprojekte zu beginnen oder in eine Forschung zu investieren. Ein einzelner Investor kann nämlich nicht die exorbitanten Summen übernehmen, zumal auch das Risiko eindeutig zu hoch wäre. Somit agiert ein geschlossener Fonds als Kapitalsammelstelle aus den Investments einzelner Anleger. Hierüber werden neue Bauprojekte finanziert.

Die Summe für einen Einstieg in einen geschlossenen Fonds ist nicht festgelegt. Bereits mit einer  kleinen Summe können Anleger investieren. Der deutschlandweite Durchschnitt liegt bei 26.000 Euro Beteiligungssumme.

Gebldbündel

Unterschiede zu anderen Assets

Der Unterschied eines geschlossenen Fonds gegenüber eines offenen Fonds oder Aktien ist, dass in der Regel in Sachwerte investiert wird. Für gewöhnlich sind es objekt- und projektbezogene, zeitlich aber befristete Investments.

Eine Besonderheit gibt es hierbei aber dennoch, denn ein geschlossener Fonds wird üblicherweise über eine GmbH & Co. KG organisiert. Als Anleger wird man daher haftungsrechtlich und steuerrechtlich zum Mitunternehmer und Kommanditgesellschafter. Damit ein Investment problemlos möglich ist, sollte das GmbH-Gesetz bekannt sein und die Regelungen von HGB. 

Investment über einen Treuhändler

Da ein geschlossener Fonds auch von hunderten oder tausenden Anlegern finanziert werden kann, wird bei derartigen Projekten ein Treuhändler organisiert. Das minimiert den Verwaltungsaufwand entsprechend und die Gesellschafterrechte werden vom Treuhändler ebenfalls weisungsgebunden ausgeübt.

Ein geschlossener Fonds kann je, nachdem von Banken oder durch einen freien Vertrieb organisiert werden, wobei letztere eher Unternehmensbeteiligungen anbieten. Eine Firma selbst übernimmt dies oftmals nicht. Der Marktanteil an Angeboten liegt laut den VGF Marktzahlen 2008 bei etwa 42 Prozent.

Überschreibung von Beteiligungen

Über die Zeit hinweg können Beteiligungen auch abgestoßen werden, dies sollte sich aber jeweils gut überlegt werden, da Beteiligungen in geschlossenen Fonds generell zeitlich befristet sind. Sollte es aber dennoch getan werden, dann gestaltet sich die Übertragung sehr aufwendig und äußerst eingeschränkt. 

Zuerst muss ein schriftlicher Übertragungsvertrag angefertigt werden, welcher im folgenden auch nochmal von der Fondsgesellschaft akzeptiert werden muss. Je nachdem, wodurch ein Investment geschehen ist, muss auch die Eintragung im Handelsregister angepasst werden. 

Dies ist ebenfalls ein Unterschied zu anderen Vermögenswerten. Die Abtretung von Aktien (beziehungsweise Wertpapieren) wäre an der Börse innerhalb von nur wenigen Sekunden möglich. Dieser Prozess ist mit der Handlung über Emissionshäusern oder Fondsbörsen kaum miteinander vergleichbar.

Der Ablauf bei einem Investment

Die Anteile werden nach Erreichen einer bestimmten Summe (einer sogenannten Mindestbeteiligungssumme) ausgegeben. Diese Anteile werden für gewöhnlich in einer Höhe von 5 bis 25.000 Euro pro Anteil abgegeben. Hieraus kann das Unternehmen zum Beispiel seine Produktion ausbauen oder Facharbeitskräfte einstellen. Nach einem Investment muss daher aus Anlegersicht nichts weiter getan werden. 

Um sich hieran zu beteiligen, kann sich an eine Bank im Rahmen des Publikumsfonds gewendet werden oder an freie Finanzdienstleister.  Die Methode des Private Placements besteht aber ebenfalls, diese werden aber für gewöhnlich nur einem kleinen Kreis an vermögenden Investoren gehandelt. Hier ist die nötige Beteiligungssumme aber entsprechend höher, als es beim Publikumsfonds der Fall ist.

Generell gilt es aber das Management eines geschlossenen Fonds nicht zu unterschätzen, denn mitunter ist auch ein gewisses Know-how vorausgesetzt.