| VGF Verband Geschlossene Fonds e.V. |
Nr. 07/2010
Zeichenzahl: 2.949 inkl. Leerzeichen
(Berlin, Brüssel, den 19.05.2010) Am 18.05.2010 hat der Rat Wirtschaft und Finanzen der Europäischen Union (ECOFIN) grünes Licht für die weiteren Verhandlungen des Richtlinienentwurfs zu den Alternativen Investmentfonds Managern (AIFM) gegeben. Einen Tag nach dem Wirtschafts- und Währungsausschusses (ECON) im Europäischen Parlament (beachten Sie dazu auch unsere Pressemitteilung vom 18.05.2010) hat damit eine weitere EU-Institution ihre Entscheidung über die künftige Regulierung von Managern alternativer Investmentfonds getroffen. Die Finanzminister haben sich nach fast einjähriger Beratungsphase auf einen Kompromisstext geeinigt, der weitreichende Anpassungen und Präzisierungen zu den Kommissionstexten formuliert.
"Die vom ECOFIN getroffenen Regelungsvorschläge lassen erkennen, dass sich die beteiligten Parteien um marktadäquatere und proportionalere Regelungen bemühen", so Eric Romba, Hauptgeschäftsführer des VGF.
Beispielsweise soll nach Auffassung des ECOFIN die Pflicht zur Bewertung der Assets nunmehr auch durch interne Bewertungseinheiten erfüllt werden können. Ferner zeigen die geänderten Meldefristen, beispielsweise zur Vorlage des Jahresabschlusses binnen sechs Monaten anstatt vier Monaten, dass den Bedenken aus der Praxis Rechnung getragen wurde.
Gleichwohl drohen aus Sicht des Verbandes den Anbietern geschlossener Fonds und deren Investoren weiterhin kostenintensive Anforderungen wie zum Beispiel die Beauftragung einer Depotbank oder eines Wertpapierdienstleistungsinstituts, um die Verwahrung eines Sachwerts, wie einem Schiff oder einer Immobilie, im Sinne der Richtlinie sicherzustellen. Ferner sind die Bestandsschutzregeln für geschlossene Fonds mit drei Jahren nach Inkrafttreten der Richtlinie aus Sicht des Verbandes weiterhin zu kurz bemessen. Die typischerweise langfristigen Investmentstrategien der Fonds werden hiermit zum direkten Nachteil der Anleger durchkreuzt, da sie die Kosten einer AIFM-Regulierung auch binnen drei Jahren nur zulasten der Anlegerrendite werden stemmen werden können, befürchtet Romba weiter.
Deshalb bleibt der Verband bei seiner bisherigen Auffassung: Für das Geschäftsmodell deutscher geschlossener Fonds ist ein Großteil der neuen Anforderungen weiter nicht produkt- und marktadäquat. Geschlossene Fonds sind weder europäisch noch systemrelevant. "Wenn man im Schwerpunkt Hedgefonds regulieren und deren Wirkungskreis einschränken will, dann darf dies nicht zu Lasten der Anlagevehikel gehen, die mit Investitionen in Immobilien, Schifffahrt oder Erneuerbare Energien Sachwerte für ihre Anleger schaffen", so Romba. "Wir reden immer von der Realwirtschaft. Geschlossene Fonds investieren in diese Realwirtschaft. Sie schaffen dauerhafte Anlageobjekte und keine hybriden Finanzstrukturen. Wer Sachwertinvestitionen zu sehr mit Regulierungsanforderungen unpassender Art belastet, darf sich am Ende nicht wundern, wenn die Realinvestitionen dann auch zurückgehen."

Zum VGF Verband Geschlossene Fonds e.V.: Derzeit vertritt der VGF 48 Mitgliedsunternehmen, die zusammen ein Investitionsvolumen von rund 134 Mrd. Euro verwalten. Bezogen auf den Gesamtmarkt in Deutschland mit einem verwalteten Fondsvolumen von 164 Mrd. Euro repräsentiert der VGF damit mehr als 80 Prozent des Marktes geschlossener Fonds. Im Jahr 2009 haben die Mitglieder des Verbands Fonds mit einem Volumen von rund 6,4 Mrd. Euro aufgelegt. Bezogen auf das Gesamtemissionsvolumen im Jahr 2009 von 9,4 Mrd. Euro entspricht dies einem Anteil von rund 70 Prozent.
Mitglieder im VGF sind: AXA Merkens Fonds, Buss Capital, BVT Holding, Colonia Fonds Management, Commerz Real CFB-Fonds, DBM Fonds Invest, DCM Deutsche Capital Management, Deutsche Bank Asset Finance & Leasing, Deutsche Fonds Holding, Deutsche Structured Finance, Doric Asset Finance, Dr. Peters, DWS Finanz-Service, E&P Real Estate, FHH Fondshaus Hamburg, GEBAB, Hamburg Trust, Hannover Leasing, HCI Capital, Hesse Newman Capital, HGA Capital, HIH Hamburgische Immobilien Handlung, IDEENKAPITAL, ILG Fonds, IVG Private Funds, JAMESTOWN, KGAL, König & Cie, KVG Binnenalster, LHI Leasing, Lloyd Fonds, MPC Münchmeyer Petersen Capital, Nordcapital, OwnerShip, PCE Premium Capital, Real IS, SachsenFonds, Salomon Invest, SHB, Signa Property Funds, US Treuhand, WealthCap - Wealth Management Capital Holding, White Owl, Wölbern Invest
Pressekontakt: Kathrin Jäckel, T +49 (0)30 31 80 49 03 M +49(0)177 30 18 169 E-Mail: jaeckel@vgf-online.de
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